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Kundengespräch im Studio, von oben durch die Wimpelketten fotografiert

Wer soll das alles schreiben?

· aktualisiert | Anita Fiechter | 4 Min. Lesezeit

Die Strategie ist beschlossen, der Redaktionsplan steht. Und dann kommt der Montag. Der schwierigste Teil von Content Marketing ist nicht das Konzept, sondern der Alltag danach.

Serie Content Marketing – Teil 3 von 3
Drei Beiträge, die aufeinander aufbauen: von der Entscheidung über den Betrieb bis zum Alltag.

  1. Die Strategie – wofür ihr Inhalte produziert.

  2. Der Betrieb – wie daraus ein Rhythmus wird, der auch im zweiten Monat hält.

  3. Der Alltag – wer es macht, wenn alle schon einen Job haben. Du liest ihn gerade.

Und dann kommt der Montag

In Teil 1 stand die Strategie, in Teil 2 der Redaktionsplan. Beides liegt vor, beides ist gut. Und trotzdem passiert danach in vielen Unternehmen – nichts. Nicht aus Unwillen, sondern weil Content Marketing bei Menschen liegt, die daneben einen anderen Job haben. Wer das nicht einplant, hat eine Strategie und keine Inhalte.

Der Hebel liegt nicht in mehr Druck, sondern in Befähigung: Wer versteht, warum etwas gemacht wird, und wer ein Werkzeug hat, das ihm die Hürde nimmt, liefert. Wer nur eine Deadline bekommt, liefert einmal.

Was wir selbst gelernt haben

Wir haben das am eigenen Haus erlebt. 2009 wurde die klassische Werbeagentur diffrent design gmbh ins Handelsregister eingetragen, spezialisiert auf Corporate Identity. Mit der Digitalisierung standen wir vor denselben Fragen wie unsere Kundschaft – und begannen unseren eigenen Change. Erst mit internen Workshops und einem gemeinsamen Verständnis dafür, warum wir das tun, begann das Team, Inhalte selbstverständlich mitzutragen. Vorher waren wir auf denselben Kanälen präsent und trotzdem unsichtbar.

Rückblickend war unser grösster Fehler ein anderer: Wir haben Corporate-Identity-Projekte abgeschlossen, ein Manual übergeben – und dann war Schluss. Beteiligt waren Geschäftsleitung und Marketing, alle anderen erfuhren vom neuen Auftritt, als er fertig war. Eine Schulung im Umgang mit den Kommunikationsmitteln fand nie statt. Das ist bei kleineren und mittleren Betrieben nicht untypisch – und es ist der Grund, weshalb so viele Auftritte nach zwei Jahren wieder ausfransen.

Drei Formen der Begleitung

Je nachdem, wie viel ihr selbst machen wollt, sieht die Zusammenarbeit danach anders aus. Alle drei Formen haben dasselbe Ziel: dass ihr uns irgendwann weniger braucht.

  • Schulung: Themen erkennen lernen. Nicht die ganze Belegschaft, sondern die drei bis fünf Menschen, bei denen die Inhalte entstehen. Sie lernen, warum ihr überhaupt produziert, welche Themen euch gehören und wie man für eine Persona schreibt. Zeig uns deine Schlüsselpersonen – wir fördern sie.

  • Supervision: die Handschrift halten. Ihr produziert selbst, wir schauen drauf – in der Regel quartalsweise. Die Frage lautet jedes Mal: Erkennt man euch darin noch wieder? Über Monate driften Ton, Bildsprache und Botschaft auseinander, ohne dass es im Einzelstück auffällt. Genau davor bewahrt euch der Blick von aussen.

  • Vorlagen: aus Vorsatz wird Ausstoss. Die grösste Hürde ist das leere Blatt. Mit vorbereiteten Strukturen im Backend, im Content-Dokument und im Redaktionsplan wird aus einer Stunde Grauen eine halbe Stunde Arbeit. Wer schnell erfassen kann, erfasst regelmässig – und regelmässig ist das Einzige, was am Ende zählt.

Warum Mitarbeitende die besten Botschafter sind

Mit der Frage, wie aus Mitarbeitenden Markenbotschafter werden, hat sich Anita in ihrer Masterarbeit beschäftigt. Der Kern: Wer sich mit der eigenen Marke identifiziert, ist bereit, mehr zu leisten – aber nur, wenn die Marke im Arbeitsalltag spürbar wird. Ein Manual im Intranet reicht dafür nicht. Es braucht Massnahmen, die Verhalten und Kultur betreffen, und es braucht Zeit.

Damit sich jemand ändert, muss er wissen wofür. Ihr könnt noch so gute Strategien formulieren – zieht das Team nicht mit, steht ihr allein da. Deshalb setzen wir auf Beteiligung: Wer mitgestalten, ausprobieren und umsetzen darf, trägt das Ergebnis mit. Und Wertschätzung wirkt dabei stärker als jede Zahlung am Monatsende. Führungspersonen, die ihre Leute kennen, holen hier am meisten heraus.

Was am Ende der Serie steht

Drei Teile, ein Bogen: Teil 1 klärt, wofür ihr Inhalte produziert. Teil 2 macht daraus einen Betrieb. Und Teil 3 sorgt dafür, dass er ohne uns weiterläuft. Genau das ist unsere Rolle: Sparringpartner und Supervisor, nicht Lieferant. Denn Inhalte, die aus eurem Haus kommen, sind glaubwürdiger als alles, was eine Agentur in eurem Namen schreibt.

Wer schreibt bei euch?

Sag uns, wer die Inhalte liefern soll – wir zeigen dir, womit diese Person schneller vorwärtskommt.

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Geschrieben von Anita Fiechter Inspirationsquelle und Szenario-Denkerin Fragen zum Artikel? Schreib mir

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