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Hoch oder quer? Opengate!

Hoch oder quer? Opengate!

· aktualisiert | Roger Fiechter | 3 Min. Lesezeit

Roger fragt vor jedem Shooting: Hoch- oder Querformat? Die Antwort lautet fast immer «quadratisch» – und dahinter steckt kein Spleen, sondern eine Rechnung.

Das Bild, das nur an einem Ort funktioniert

Ihr habt ein Shooting gemacht, die Bilder sind gut, alle sind zufrieden. Dann kommt die Website – und die Motive sind zu eng beschnitten für den Header. Dann kommt Instagram – und im Hochformat fehlt oben und unten die Hälfte. Dann kommt die Broschüre – und für den Druck reicht die Auflösung nicht.

Das passiert nicht, weil schlecht fotografiert wurde. Es passiert, weil beim Fotografieren nur ein Kanal im Kopf war. Und es passiert immer dann, wenn Bildmaterial anlassbezogen entsteht: für die Messe, für den Geschäftsbericht, für die Stellenanzeige. Jedes Mal ein neuer Auftrag, jedes Mal neue Kosten – und am Ende ein Auftritt, bei dem jedes Bild eine eigene Handschrift trägt.

Was Visual Storytelling wirklich meint

Visual Storytelling nutzt Bilder, Grafiken und Videos, um eine Geschichte zu erzählen – in Verbindung mit Text verstärkt das die Botschaft und macht Informationen leichter verständlich. Es arbeitet mit Metaphern und symbolischen Bildern, die Komplexes vereinfachen: Eine Brücke steht für Verbindung, ein offener Weg für Aufbruch. Fünf Dinge entscheiden darüber, ob das gelingt.

Am Anfang steht immer, für wen das Bild gemacht ist. Einem zehnjährigen Kind erzählst du eine Geschichte anders als einem Fachpublikum. Es geht nicht darum, was dir gefällt – es geht um den Speck, den deine Zielgruppe mag. Selbst wenn sie eigentlich lieber Käse hätte.

Anfang, Mittelteil, Ende – auch in einer Bildstrecke. Wir arbeiten am liebsten mit der Heldenreise, in der nicht ihr die Helden seid, sondern eure Kundschaft. Ihr seid die, die weiterhelfen.

Eine kurze, klare Bildsprache wirkt stärker als eine komplizierte Inszenierung. Ein Motiv, eine Aussage. Wer drei Botschaften in ein Bild packt, transportiert keine.

Gleiche Bildwelt, gleiche Farbigkeit, gleiche Nähe zum Motiv – über alle Berührungspunkte hinweg. Erst dadurch wird aus einzelnen Bildern eine Handschrift, die jemand nach dem dritten Kontakt wiedererkennt. Genau das stärkt eure Unternehmensidentität.

Website, Social Media, Print und Newsletter brauchen dasselbe Bild in verschiedenen Zuschnitten. Wer das beim Shooting mitdenkt, produziert einmal statt viermal. Und kann euch danach so schulen, dass ihr die Motive selbst weiterverwendet.

Hoch- oder Querformat?

Roger sieht sich als Bildsprecher und Linsenfachmann. Während andere noch über Briefings brüten, denkt er schon in Bildern – er komponiert Shootings und orchestriert Videospuren, damit am Ende Material entsteht, das über sämtliche Plattformen funktioniert.

Seine Lieblingsfrage ist deshalb: Hoch- oder Querformat? Und die Antwort lautet meistens: quadratisch. Nicht weil Quadrate schön wären, sondern weil responsives Design Raum um den Fokuspunkt braucht. Ein Bild, das exakt auf ein Breitformat komponiert ist, verliert im Hochformat den Kern der Aussage. Eines, das genug Luft mitbringt, überlebt jeden Zuschnitt.

Achte beim Schauen auf den Takt der Musik und die Bildabfolge. Dass beides zusammenpasst, ist der Unterschied zwischen einem Zusammenschnitt und einer Geschichte.

Was das für eure Planung heisst

Ein Shooting, das alle Kanäle bedient, kostet mehr als eines für einen Anlass – und weniger als vier Shootings für vier Anlässe. Das ist die Rechnung, die intern trägt: Bildmaterial ist keine Ausgabe pro Massnahme, sondern ein Vorrat, aus dem ihr zwei Jahre lang schöpft.

Dafür braucht es vor dem Shooting eine Liste: Welche Kanäle bedient ihr, welche Formate braucht jeder davon, welche Motive fehlen euch heute. Diese halbe Stunde Vorbereitung entscheidet, ob die Bilder danach überall passen – oder nur dort, wo sie entstanden sind.

Steht bei euch ein Shooting an?

Sag uns, welche Kanäle die Bilder bedienen sollen – Roger plant das Shooting so, dass ihr danach überall damit arbeiten könnt.

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Geschrieben von Roger Fiechter Bildsprecher und Linsenfachmann Fragen zum Artikel? Schreib mir

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